Westerfenne (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Westerfenne


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Westerfenne (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Von der Dorfstraße mit einer Höhenlage von etwa 2,0 m ü. NN fällt das Gelände in südlicher Richtung zum Hammrich bis zur Nulllinie ab. Hier befand sich zwischen Müntke Schloot und heutigem Sieltief schon immer ein Graben, der jedoch inzwischen ausgebaut ist und Thesingschloot genannt wird. In diesem Bereich erstreckte sich die sogenannte "Westerfenne" entlang des "Müntke Schlootes" nach Süden. Das Gelände war hier vor den durchgreifenden Entwässerungsmaßnahmen der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts sehr feucht und der hier anstehende Dargboden nur wenig trittfest. Es handelte sich also um klassisches Wiesengelände. Der Flurname "Westerfenne" dürfte entstanden sein, weil ein größerer Komplex im östlichen Hammrich ebenfalls "Fenne" genannt wird. Der Zusatz "Wester" dient der Unterscheidung zur Fenne im östlichen Hammrich.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wester

afries. westa, weste, mnd. western, „westlich“; „Western“ und „Westringa“ weisen auf den westlichen Teil einer Gemarkung oder eines Ortes hin.



2. Fenne

„Altfries. fene, fenne, fonne, finne, fen, fon, fin, fen […] m. f. „Weide““; „mittelniederd. venne f. „moorige, marschige Weide““



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 699; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 5, 104
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 22


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 12.10.2015

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