Zwischen der Kuhse und der Adamsburg (Nortmoor)

Ausgewählter Flurname:

Zwischen der Kuhse und der Adamsburg


Gemarkung:

Nortmoor

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Zwischen der Kuhse und der Adamsburg (Nortmoor)


Erklärung des Flurnamens:

Ursprünglich befanden sich im Süden der Gemarkung von Nortmoor am Jümmedeich nur das Klostervorwerk Terwisch und der Fährhof. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts siedelten am Deichfuß, auf etwas erhöhtem Gelände, einige kleine Anbauer, die vermutlich neben geringer Landbewirtschaftung von Wasserjagd und Fischfang lebten. Diese Familien befanden sich während des Winterhalbjahres, wenn der Hammrich überschwemmt war, in weitgehend isolierter Lage. In dieser Zeit konnten sie mit der Außenwelt nur durch Übersetzen mit dem Boot über die Jümme oder durch einen langen Fußmarsch auf der Krone des Deiches in Verbindung treten.
Die Karte der Preußischen Grundsteuervermessung von 1875 weist neben den genannten Höfen vier solcher Siedlerstellen direkt am Deich auf. Eine davon wird in der von dem ehemaligen Pastor Frerichs aus Nortmoor um das Jahr 1900 gefertigten Skizze der Gemarkung als "Adamsburg" benannt. Dieser Name ist vermutlich eine scherzhafte Bezeichnung, denn einen burgartigen Charakter dürfte diese eher armselige Siedlung wohl nicht vermittelt haben.
Das Flurstück "Zwischen der Kuhse und der Adamsburg" befindet sich nordwestlich dieser Siedlung.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kuser

mnd. kuse, f., „Keule“, nnd. kûse, kûs, „Kloben, Klotz; dickes unförmliches Stück, od. Brocken, Klumpen“; evtl. Hinweis auf die Form eines Landstückes



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 602; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 415


Autor(in):

Immega, Heye A.


Letzte Änderung am: 23.09.2015

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