Alte Maar (Oldersum)

Ausgewählter Flurname:

Alte Maar


Gemarkung:

Oldersum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Alte Maar (Oldersum)


Erklärung des Flurnamens:

Die Alte Maar ist ein - ursprünglich wahrscheinlich natürlicher - Wasserlauf zur Entwässerung des Oldersumer und Riepster Hammrichs. Von ihr sind heute nur noch Reste vorhanden. Das heutige Bild wird mehr von der Langen Maar geprägt, die sich durch ihren schnurgeraden Verlauf als gegrabener Kanal präsentiert. Letztere ist nach der Vermutung KANNEGIETERS wohl schon zu der Zeit angelegt worden, als um 1600 ein Kanal von der Grove zum Emder Stadtgraben angelegt wurde. Wahrscheinlich ist die Alte Maar in ihrem Anfangsbereich teilweise in der Langen Maar aufgegangen. Heutzutage ist die Lange Maar die Verbindung von der Grove (= Fehntjer Tief) zum Ems-Seiten-Kanal (= Dortmund-Ems-Kanal) und wohl erst mit dessen Bau gegen Ende des 19. Jahrhunderts dahin weitergeführt worden. Das Entwässerungstief Alte Maar verlief zunächst weiter am westlichen Warfenrand des Fleckens Oldersum entlang bis zum Großen Tief. Ein Hindernis bedeutete der Ausbau des Bahnkörpers (1851-56), unter dem ein Rohr hindurchgeführt wurde. Am Heereweg ist mit dem Siedlungsbau in den 1950er und 1960er Jahren die Alte Maar ebenfalls verrohrt worden, nachdem um 1947/48 ein Durchstich von der Maar zum Ems-Seitenkanal am Ende der ursprünglichen Kreuzstraße (später Mühlenstraße, heute "Zur Alten Maar" geschaffen wurde. Die Alte Maar umfloss auch das eigentliche Burggelände südlich, von der Emder Brücke, hinter den Häusern der Emder Straße entlang und im zweiten bogenförmigen Arm von der Emder Brücke aus bis zu Großen Tief gegenüber der Einmündung des Rorichumer Tiefs. Vom Marktplatz aus führte eine Klappbrücke über den häusernahen Maar-Arm zur Burg. Diese wurde im 17. Jahrhundert durch eine steinerne Brücke, der sogenannten "Piepke" ersetzt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde von der Bevölkerung dieser Maar-Arm oft auch als "Piepke" bezeichnet.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Maar

mnd. mār, n., māre,, f., „Wassergraben, Abflußgraben (Ostfriesland)“; nnd. Mâr, Mare, „kleiner Fluss od. natürliche Wasserleitung, Abzugs-Graben, Grenz-Graben“



Quellen:

Kannegieter, Herbert: Oldersumer Chronik, Emden 1987, 3.Auflg. 2007
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 135


Autor(in):

Adolf Sanders


Letzte Änderung am: 20.04.2015

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