Lange Maar (Oldersum)

Ausgewählter Flurname:

Lange Maar
( Alte Maar, Lange Mahr )

Gemarkung:

Oldersum

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Lange Maar (Oldersum)


Erklärung des Flurnamens:

Die Lange Maar ist heute ein Verbindungstief von der Grove bzw. dem Fehntjer Tief zum Ems-Seitenkanal (= Dortmund-Ems-Kanal) - nordwestlich vom Flecken Oldersum.
Ursprünglich ist die Maar offenbar ein natürliches Entwässerungstief aus dem Oldersumer und Riepster Hammrich gewesen. Wesentliche Aspekte zur Langen Maar sind bei der Erklärung der Alten Maar aufgezeigt worden.
Die Lange Maar ist - nach Vermutungen Kannegieters - um 1600 entstanden, als eine Verbindung von der Grove (danach meist Fehntjer Tief genannt) zum Emder Stadtgraben angelegt wurde. Der Anfangsteil der Alten Maar ist vermutlich in der nun neuen Langen Maar aufgegangen. Der schnurgerade Verlauf der Langen Maar zeigt, dass hier ein richtiger Kanal gegraben worden ist. Als dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Ems-Seiten-Kanal von Oldersum (Schleuse) nach Emden ausgehoben wurde, ist die Lange Maar offensichtlich von der heute noch in Reststücken vorhandenen Einmündung der Alten Maar (etwas nördlich des Bahnkörpers) geradeaus nach Süden bis hin zum neuen Kanal verlängert worden und stellt nun die Verbindung von der Grove (=Fehntjer Tief) zum Ems-Seitenkanal dar. Die Alte Maar ist teilweise verrohrt worden, eine neue Einmündung in den Ems-Seiten-Kanal ist 1947/48 als Durchstich vom Ende der ursprünglichen Kreuzstraße (später Mühlenstraße, heute "Zur Alten Maar") angelegt worden.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Maar

mnd. mār, n., māre,, f., „Wassergraben, Abflußgraben (Ostfriesland)“; nnd. Mâr, Mare, „kleiner Fluss od. natürliche Wasserleitung, Abzugs-Graben, Grenz-Graben“



Quellen:

Kannegieter, Herbert, Oldersumer Chronik, Emden 1987, 3. Auflg. 2007
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 135


Autor(in):

Adolf Sanders


Letzte Änderung am: 20.04.2015

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