Heerenbeer (Osteel)

Ausgewählter Flurname:

Heerenbeer


Gemarkung:

Osteel

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Heerenbeer (Osteel)


Erklärung des Flurnamens:

Ehemals fürstliches Grashaus (Hof mit umliegenden Weide-Ländereien) im Bereich Osteeler Neuland östlich der Schoonorther Landesstraße. Herrenbeer umfasste nach einer Karte von A. Fuchs aus dem Jahr 1743 seinerzeit 230 Grasen und 56 Quadratruthen. Vom Fürstenhaus der Cirksenas ging der Besitz auf die Lütetsburger Familie zu Inn- und Knyphausen über. Bei der Volkszählung 1871 wohnten auf dem Gut Herrenbeer 15 Personen.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Herr / Herren

mnd. hêre, Herr; "Hinweis auf (ehemalige) adlige Grundherrschaft bzw. den Landesherrn, eventuell auch auf Kirchenbesitz".



2. Beer

„Bêr“ hat sich offenbar aus dem nd. Grundwort „bûr“ (Ortschaft, Ansiedlung, Wohnsitz, Gehöft) entwickelt. Die Bezeichnung bezieht sich ferner auf Anhöhen in der Marsch, wird aber auch für eine Art Vorwerk größerer Höfe verwendet. Namen mit dem nicht zusammengesetzten Wort „Beer“ beziehen sich meistens auf Einzelhöfe.



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 125. Lohse, Gerhard; Geschichte der Ortsnamen im östlichen Friesland, Oldenburg 1939, S. 55. Remmers, Arend; Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 253/254. Stürenburg, Cirk Heinrich; Ostfriesisches Wörterbuch, Aurich 1862, S. 12. Ramm, Heinz; Die ersten Landgewinnungsarbeiten an der Leybucht, in Ostfreesland-Kalender 1988, S. 224.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 06.04.2011

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