Kolkstrich (Osteel)

Ausgewählter Flurname:

Kolkstrich


Gemarkung:

Osteel

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Kolkstrich (Osteel)


Erklärung des Flurnamens:

Ländereien südlich der Straße Osteeler Altendeich. Sie gehörten zur gemeinschaftlichen Dreesche, die insgesamt eine Größe von rd. 150 Diemat hatte. Die Dreesche erstreckte sich westlich des Alten Postweges von der Ortsgrenze Tjüche bis zum Osteeler Altendeich und dann weiter in Richtung Westen. 1783 wurde sie im nördlichen Bereich von den Osteeler Einwohnern zu gleichen Teilen auf die Platzbesitzer und Warfleute aufgeteilt. Eine weitere Aufgliederung erfolgte 1810. Aus einer Karte von Northeim aus dem Jahr 1781 ist ersichtlich, dass auf diesen Gemeinschaftsländereien am Alten Deich drei miteinander verbundene Kolken vorhanden waren, die einen Abfluß in ein neben dem Alten Postweg verlaufendes Tief hatten. Im Laufe der Zeit sind die Wasserflächen verlandet.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kolk / Kolke / Kolken

Mnd. kolk, kulk, "Vertiefung, Grube"; "teichähnliches Erdloch, das beim Durchbruch eines Deiches durch das einströmende und die Erde herauswühlende Seewasser entsteht". Auch als Viehtränken angelegte Wasserlöcher und mit Wasser gefüllte Sandgruben werden im norddeutschen Raum so genannt. Diese Gruben, Teiche oder Gewässer wurden früher mit dem Spaten ausgegraben, jetzt werden dafür Greif- oder Saugbagger eingesetzt.



2. Strich

Landstrich, Gegend; Strecke, Streifen; Strich, Linie, Reihe.



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 131; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 321, Bd. 3, S. 334. Bents, Harm; Chronik der Gemeinde Upgant-Schott mit Siegelsum, Norden 2009, S. 597.
Byl/Brückmann, Ostfriesisches Wörterbuch. Plattdeutsch/Hochdeutsch, Leer 1992, S. 130.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 04.04.2011

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