Utlangswehrweg (Osteel)

Ausgewählter Flurname:

Utlangswehrweg


Gemarkung:

Osteel

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Utlangswehrweg (Osteel)


Erklärung des Flurnamens:

Vom Alten Postweg in Richtung Westen abzweigender Wirtschaftsweg, der bei Alte Welt endet. Im Osteeler Bauerrecht (1665-1690) ist vermerkt, dass die Kedden die Aufsicht über den "uthlange Wehrswegk", der ein Meedeweg sei, hatten. Der Weg führt zu "abgelegenen langgestreckten, ausgedehnten Ländereien/Besitzungen". Fr. Sundermann vertritt in einer Abhandlung über die Grenze zwischen den Bistümern Bremen und Münster (Ostfr. Schulblatt 1899) die Auffassung, dass das langgestreckte Kirchdorf Osteel ursprünglich Langeweer hieß und der „Ut Langeweers Weg“ davon seine Bezeichnung erhielt.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ut-

Afr. ût, mhd, uz; aus, heraus, hervor, weg von, vorbei, zu Ende, hinaus, fort.



2. lang, -langs

Afr. lang, long; lang, in die Länge gereckt, gestreckt, gedehnt, ausgedehnt. "Der Weg geht bis zu / erstreckt und dehnt sich aus bis zu".



3. Wehr, Weer

Afr. were; Besitz, Habschaft, Land, Ländereien; Hof, Ansiedlung, Wohnstätte.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten; Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879-1884, Bd. 3 S. 484; Bd. 2 S. 467/468; Bd. 3 S. 538 (4). Remmers, Arend; Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 227, 277.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 14.06.2011

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