Wilde ńcker (Osteel)

Ausgewählter Flurname:

Wilde Äcker
( Die wilden Äcker, Osteeler Acker )

Gemarkung:

Osteel

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Wilde ńcker (Osteel)


Erklärung des Flurnamens:

Ackerländereien zwischen dem Moortunweg und dem Schwarzen Weg westlich des Hofes Hundertgrasen.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wild / Wilde

"Ein Stück wild, wüst und unkultiviert oder unangebaut liegendes Land".



2. Äcker

Die Äcker (Aufstrecken, Ackerhufe) entstanden in diesem Bereich durch das über viele Generationen andauernde Abgraben (Abtorfen) des Hochmoores. Sie erstreckten sich, beginnend in der Breite der Hofstellen, grundsätzlich parallel zu den Nachbargrundstücken so weit in das Moor hinein, bis sie auf ein Hindernis (z. B. Aufstrecken einer anderen Ortschaft) trafen. Die abgetorften Ländereien wurden nach und nach durch das Aufbringen von Viehdung, Plaggen und Schlick für die landwirtschaftliche Nutzung hergerichtet. Häufig blieben die weiter vom Hof entfernten Flächen aber auch zunächst ungenutzt „wild“ liegen.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten; Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879-1884, Bd. 3 S. 551. Bents, Harm; Die Entstehung der Aufstreckenfluren, in: Chronik der Gemeinde Upgant-Schott mit Siegelsum, Norden 2009, S. 77 ff.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 05.04.2011

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