Woolkolken (Osteel)

Ausgewählter Flurname:

Woolkolken


Gemarkung:

Osteel

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Woolkolken (Osteel)


Erklärung des Flurnamens:

Kolkgelände östlich der Schoonorther Landesstraße bei Kreitlapperei. Die Bezeichnung Wool- ist unklar. Fraglich ist eine Verbindung zu den weiter nördlich gelegenen Wolden. Evtl. könnte eine Ableitung von Wööl in Betracht kommen. Wöölerde ist Erde, die durch wühlen oder ausgraben nach oben geschafft und zur Bodenverbesserung aufs Land geworfen wird. Ein Wöölgat ist ein Loch, das durch strudelndes Wasser bzw. durch wühlen oder graben entstanden ist.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wölen ?

Nd. wölen, mnd. wolen; wühlen; Kolke oder Vertiefungen und Gräben machen und ausstechen oder graben.



2. Kolk / Kolke / Kolken

Mnd. kolk, kulk, "Vertiefung, Grube"; "teichähnliches Erdloch, das beim Durchbruch eines Deiches durch das einströmende und die Erde herauswühlende Seewasser entsteht". Auch als Viehtränken angelegte Wasserlöcher und mit Wasser gefüllte Sandgruben werden im norddeutschen Raum so genannt. Diese Gruben, Teiche oder Gewässer wurden früher mit dem Spaten ausgegraben, jetzt werden dafür Greif- oder Saugbagger eingesetzt.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten; Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879-1884, Bd. 3 S. 569/70 und Bd. 2 S. 321. Stürenburg, Cirk Heinrich; Ostfriesisches Wörterbuch, Aurich 1862, S. 334.
Bents, Harm; Chronik der Gemeinde Upgant-Schott mit Siegelsum, Norden 2009, S. 597. Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 131.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 04.04.2011

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