Wester Viertell 1. Rott (Ostermarsch)

Ausgewählter Flurname:

Wester Viertell 1. Rott


Gemarkung:

Ostermarsch

Erfassungen:

Sonstiges

Wester Viertell 1. Rott (Ostermarsch)


Erklärung des Flurnamens:

Im "Schattinghe Register Anno 1552" war die Ostermarsch in fünf Landesviertel "Verendel" nebst einem besonderen Holländerviertel aufgeteilt. Man hat also damals die Rotteneinteilung noch nicht gekannt. Es ist anzunehmen, dass die Einteilung Viertel in älterer Zeit eine Bedeutung besessen hat, die später verloren gegangen ist. Möglich ist, dass diese Landesviertel ursprünglich die eigentlichen Bauernschaften waren. Auch im Jahre 1580 wird die mit Einzelhöfen besiedelte Ostermarsch noch in sechs Landesviertel unterteilt. Im Schatzungsregister um 1600, nicht mehr ganz vollständig erhalten und somit erst mit dem Herd Nordoog beginnend, werden erstmalig Rotten gemeldet, denen je ein Rottmeister vorstand. Auch das Register "Feuerstedtenschatzung Anno 1601" unterteilt in sechs Rotten mit Rottmeister. Das Amt des Rottmeisters ging im Rott um und wurde in der Regel auf ein Jahr verwaltet. Das Praestationsregister aus dem Jahre 1611 ist das letzte Register, in der die Aufteilung in sechs Rotten bzw. Viertel auftritt. Hier gab es "Daß Erste oder Wester Viertell" mit dem Westerhuis. In weiteren Steuerlisten besteht die Ostermarsch aus acht Rotten. (1)

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Westen

afries. westa, weste, mnd. western, „westlich“; „Western“ und „Westringa“ weisen auf den westlichen Teil einer Gemarkung oder eines Ortes hin.



2. Rott

mnd. rote, rate, f., rot, n., „Schar, Abtheilung“; nnd. röt, rot, „Abteilung, Bezirk, Quartier etc., z. B. einer Stadt od. auch ein Bezirk auf dem Lande“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 699; Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 5, 104
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 512, 513; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 56
Schreiber, Gretje, Die Bewohner der Höfe in der Oster-, Hagermarsch und Theener, in: Heim und Herd Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 11. November 2000, Nr. 9, S. 33.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 11.08.2015

Projektpartner