Upstalsboom (Rahe)

Ausgewählter Flurname:

Upstalsboom


Gemarkung:

Rahe

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Upstalsboom (Rahe)


Erklärung des Flurnamens:

Upstalsboom
Lokalisierung: Flurstück etwa 800 m westlich von Rahe
Übersetzung/Bedeutung: Der Upstalsboom war ein flacher Hügel auf der Randdüne einer Pingo-Ruine, die sich hier etwa 2 m über dem Umland erhebt.
Insgesamt handelt es sich bei dem Standort um einen flachen, von NO nach SW abdachenden Rücken saalezeitlicher Sedimente, auf dem sich während der Weichselkaltzeit zahlreiche Pingos entwickelt hatten. Bedingt durch die Pingo-Ruinen hatte sich ein sehr unregelmäßiges unruhiges Relief entwickelt. An dieser Stelle versammelten sich im Hohen Mittelalter die friesischen Häuptlinge der Sieben Seelande zwischen Vlie und Weser jeweils an 1. Mai bis zum Jahr 1327. Der Name wird bereits in der „Chronik des Klosters Bloemhof“ aus dem Jahr 1216 mehrfach erwähnt. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass es sich um ein frühmittelalterliches Gräberfeld handeln könnte.
Der Name kann als Hinweis auf einen Versammlungsplatz gedeutet werden. Es ist denkbar, dass dieser besondere Platz durch einen Baum gekennzeichnet war in der sonst baumarmen Landschaft.
1833 errichtete die Ständeversammlung an dieser Stelle als Denkmal eine steinerne Pyramide, die anschließend in einen Landschaftspark eingebettet wurde. Der Hügel wurde im 20. Jahrhundert weiter aufgehöht.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten: Wörterbuch der Ostfriesischen Sprache, Norden 1879 – 1884 Bd. 3 S. 482 Kuppers, Wilhelm: Upstalsboom – der Altar der Freiheit in: Die Friesische Freiheit des Mittelalters – Leben und Legende Aurich 2003 S. 423 – 435 Schwarz, Wolfgang: Die Stätte des Upstalsbooms in: Die Friesische Freiheit des Mittelalters – Leben und Legende Aurich 2003 S. 404 - 421


Autor(in):

Heinze, Axel und Herdes, Lies


Letzte Änderung am: 19.03.2018

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