Benser Weg (Sterbur)

Ausgewählter Flurname:

Benser Weg


Gemarkung:

Sterbur

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Benser Weg (Sterbur)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung: Ehemalige gekrümmte Straßentrasse in NWN-Richtung, westlich der Bensersieler Straße.
Übersetzung/Bedeutung: Der Name weist auf den Ort Westbense hin, eine Waftensiedlung in der Marsch nördlich von Esens, die am Ende des
Mittelalters zerstört wurde. Auf der Karte von Ubbo Emmius ist noch eine
kleine Insel nordöstlich von Bensersiel eingezeichnet, die den Namen Bense
trägt, dieser Name ist aber oft synonym mit Westbense benutzt worden. Vermutlich ist Bense noch früher zerstört worden. Westbense war ein
Kirchdorf, die Kirche ist im Stader Copiar von 1420 noch verzeichnet. Die
heutige Gemeinde Westbense stellt vermutlich einen Flächenrest des ehemaligen Kirchdorfes da, der aber nur noch von einigen Einzelhöfen
geprägt wird, die heute dem Kirchspiel Esens zugerechnet werden.
Sundermann notierte unter dem Titel "Das Pferdegetrappel" eine Legende
über den Untergang von Bense, die von zahlreichen anderen Schriftstellern nacherzählt wurde.
Die Straße führte ursprünglich in die Richtung des untergegangenen Dorfes Westbense und nicht nach Bensersiel, wie auf der Regemortschen
Karte von 1670 noch zu erkennen ist. Bensersiel wurde erst im Mittelalter
mit dem Deichbau errichtet, während Westbense vermutlich bis in die Zeit um Christi Geburt zurück zu datieren ist nach archäologischen Funden in
der Umgebung.


Quellen:

Heinze, Axel: Nichts bleibt außer ein paar Spuren im Watt, Esens 2013


Autor(in):

Heinze, Axel und Herdes, Lies


Letzte Änderung am: 14.09.2015

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