Abelitzschloot (Tannenhausen)

Ausgewählter Flurname:

Abelitzschloot
( Abelitzkanal )

Gemarkung:

Tannenhausen

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Abelitzschloot (Tannenhausen)


Erklärung des Flurnamens:

1884 wurde der Abelitz-Moordorf-Kanal bis zur Goldensteinbrücke ausgebaut.
Da die bis zum Speisegraben geführte Kanalgrabung immer wieder einrutschte, kam nicht genügend Wasser vom Ewigen Meer und der Weiterbau des Kanals nach Bensersiel wurde fallen gelassen. Auch sollte der Kanal nicht mehr schiffbar werden, sondern nur noch der Entwässerung dienen. Aus dem Abelitz-Moordorf-Kanal wurde der "Abelitzkanal" oder auch "Abelitzschloot". Das Ewige Meer sollte unbedingt erhalten bleiben. Ein Mindestabstand von 400 Meter zum Schloot (Kanal) wurde vorgeschrieben.

Dirk Ennen, Der Speisegraben und die Entwässerung der Kolonie Tannenhausen, in: 200 Jahre Tannenhausen - 1801-2001, hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft "Chronik Tannenhausen", Aurich 2001, S. 31-41


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Abelitz

"Gewässername, der sich wahrscheinlich tautologisch aus dem urgermanischem apa- für "Gewässer" und dem friesischen Appellativ Letzte für "Fließwasser" zusammensetzt."



2. Schloot

mnd. slôt, m., n., „zwischen zwei Grundstücken gezogener Wassergraben; Entwässerungskanal, Abzugsgraben, Deichgraben an der Sohle des Deiches“; nnd. Sloot, „Graben zur Befriedigung [...] u. Abgrenzung von Ländereien u. auch zur Abwässerung derselben“



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Twischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 17
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 145


Autor(in):

Christine Günnel


Letzte Änderung am: 20.06.2017

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