Forsthaus Meerhusen (Tannenhausen)

Ausgewählter Flurname:

Forsthaus Meerhusen
( Kloster Meerhusen, ehem. )

Gemarkung:

Tannenhausen

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Forsthaus Meerhusen (Tannenhausen)


Erklärung des Flurnamens:

Das Forsthaus steht auf dem Areal des ehemaligen Klosters Meerhusen. (Siehe auch Flurname Kloster Meerhusen) Das Kloster wurde Ende des 12. Jahrh. von dem Benediktiner Hatebrand gegründet und wurde Anfang des 13. Jahrh. Zisterzienserkloster. Der Name beruht darauf, dass sich hier zahlreiche Moorseen, Meere genannt, befanden.

Nach der Reformation wurde das Kloster zunächst Gasthaus (Armenhaus), aber auch in Teilen abgetragen. 1845 wurden die letzten Mauerreste des Klosters beseitigt. Der Klosterbesitz war zur herrschaftlichen Domäne geworden. Nachdem Forstarbeiter 1958 Skelette auf dem alten Klosterareal fanden, erfolgten archäologische Grabungen bei denen Apsisfundamente und Fliesen freigelegt wurden.

Unter der holländischen Provinzialregierung wurde Lantzius-Beninga 1807 Oberförster und betrieb vehement und erfolgreich die Aufforstung mit Kiefern und Weißtannen. Er gilt als Begründer einer planmäßigen Forstwirtschaft in Ostfriesland. Heute wird im Meerhusener Forst ein ausgeglichenes Verhältnis von Nadel- und Laubbäumen angestrebt.



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Forst

"Die Herkunft des Wortes (mhd. vorst, ahd. forst) ist trotz aller Deutungsversuche unklar. Von Anfang an bezeichnet es den dem König zu Jagd, Holznutzung und Rodung vorbehaltenen Bannwald im Gegensatz zum bäuerlichen Markwald; auch nhd. "Forst" ist vor allem Bezeichnung des Staatswaldes."



2. Forsthaus

Wohnhaus des Forstbeamten, des Försters.



3. Meer

afries. mere, mer, mar, mer, m., n. "Meer stehendes Gewässer, Wasserloch mnd. mer, großes Wasser, Meer. "Meer" hier speciell Land- od. Binnen-See, stehendes Wasser im Gegensatz zu "se" als Weltmeer od. den fluthenden Wasser."



4. hus, husen

„altfries. hūs n. „Haus; Gotteshaus, Kirche; Steinhaus, Burg““.



Quellen:

Duden, Das Herkunftswörterbuch, Duden Band 7, Mannheim 2007, S. 232.
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 64; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 960; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 592.
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 3.


Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 15.12.2016

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