Stickerspittsweg (Tannenhausen)

Ausgewählter Flurname:

Stickerspittsweg


Gemarkung:

Tannenhausen

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Stickerspittsweg (Tannenhausen)


Erklärung des Flurnamens:

Nicht mehr benötigte Entwässerungsgräben wurden oft ganz oder teilweise zugeschüttet und zu Wegen und Straßen gemacht. Der „Stickerspittsweg“ verläuft parallel zum heutigen „Stickerspittschloot“, dem Rest des alten Entwässerungsgrabens. Weg und Graben durchqueren das Hochmoor von Osten nach Westen, von der Dornumer Straße bis zum Speisegraben. Der Weg wurde mehrmals verlängert und ausgebaut, so 1919 und zuletzt 1978. Dabei wurde an der Einmündung des Grabens in die Tannenhausener Ehe eine Stauanlage gebaut.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Sticker, Stikker

Spaten zum Torfstechen; Mann, der mit einem Torfspaten arbeitet.



2. Spitt

Bezeichnung für ein „ausgestochenes od. ausgetorftes Loch“; Uphoff: „In Ostfriesland galt auf staatlichen Mooren derzeit [19. Jahrh.]: 1 Spittbank, 128 : 12 Fuß = 8 : 3⁄4 Ruten oder 6 hann. Geviertruten = 37, 4 : 3,5 m = 130, 9 qm.“



Quellen:

Byl, Jürgen/ Brückmann, Elke, Ostfriesisches Wörterbuch, Plattdeutsch/Hochdeutsch, Leer1992, S. 128.
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 278, 279, 280; Uphoff, Bernhard, Ostfriesische Masze und Gewichte, Aurich 1973, S. 36.
Ennen, Dirk, Der Speisegraben und die Entwässerun der Kolonie Tannenhausen, in: Arbeitsgemeinschaft "Chronik Tannenhausen" (Hrsg.), 200 Jahre Tannenhausen. 1801-2001, Aurich-Tannenhausen 2001, S. 34-41.


Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 22.08.2017

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