Börg (Tergast)

Ausgewählter Flurname:

Börg
( Börgstee, Oll Börg )

Gemarkung:

Tergast

Erfassungen:

Sonstige

Börg (Tergast)


Erklärung des Flurnamens:

Durch mündliche Überlieferung ist der Flurname Börg, Börgstee oder Oll Börg erhalten geblieben. Von hier soll ein Tunnel zur Kirche geführt haben. Auch O. G. Houtrouw berichtet in seinem Buch "Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit" von einer mündlichen Überlieferung einer Burg in Tergast. Bislang konnte jedoch nichts davon bewiesen werden. Folgendes lässt sich dokumentieren. Das Flurstück liegt in direkter Nachbarschaft nordwestlich zur Kirche und ist derzeit unbebaut. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich hier ein mächtiger Hof, auch Marks Plaatz genannt. Das ist durch die preußische Urflurkarte von 1872 dokumentiert. In den 80er Jahren ist das damals nur noch aus dem Wohngebäude und einer kleinen, später angebauten Stallung bestehende Haus wegen Baufälligkeit abgerissen worden. Die vier Bäume, die direkt vor dem einstigen Wohntrakt standen, sind noch vorhanden. Der Platz direkt neben der Kirche auf einer Anhöhe könnte zu einer ehemaligen Burgstelle als Vorgängerbau des Hofes passen. Tergast gehörte aber andererseits schon 1427 zur Herrlichkeit Oldersum und war damit Besitz der Familie tom Broek, die dort über eine eigene Burg verfügte. Ob sich das Wort Börg nun auf eine tatsächliche Burg oder eher auf einen mächtigen Hof bezieht, ist anhand derzeitiger Quellen nicht zu klären. [2, 3]

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Börg

[1] mnd. borch, f., nnd. börg, „Burg“. In Ostfriesland auch die Bezeichnung für größere, außerhalb der Ansiedlung gelegene Bauernhöfe.



Quellen:

[1] Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 383; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 205
[2] Houtrouw, O. G., Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, Leer 1974, Band 1, S.109
[3] Kannegieter, Herbert, Oldersumer Chronik, Emden 1987, S. 19


Autor(in):

Hermine und Imke Saathoff


Letzte Änderung am: 31.07.2015

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