Fehntjer Tief (Tergast)

Ausgewählter Flurname:

Fehntjer Tief
( Fehnker Tief, Heuwieke )

Gemarkung:

Tergast

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Fehntjer Tief (Tergast)


Erklärung des Flurnamens:

Das Fehntjer Tief, auch Fehnker Tief oder Vehnker Deep [4] genannt, ist ein Wasserlauf, der die Fehngebiete mit der Ems verbindet.

Beim Fehntjer Tief handelt es sich um einen natürlichen Niederungsbach, der sich aus mehreren Quellgebieten speist. Der Name Fehntjer Tief stammt aus der Zeit der Moorkolonisierung (nach 1633) als die Fehne ihr Kanalsystem an das Tief anschlossen. Zuvor wurde dieser Wasserlauf auch Flumm oder Ehe oder auch Ach (= fließendes Wasser) genannt. Diese Bezeichnungen sind heute noch in den Quellgebieten erhalten geblieben.

Der nördliche Arm des Fehntjer Tiefs, die Flumm, entspringt auf dem Auricher Geestrücken, der südliche Arm, das Ehetief, entspringt im Bereich von Bagband. Westlich von Timmel vereinigen sich der südliche und der nördliche Arm und fließen als Fehntjer Tief weiter bis nach Emden. Südwestlich von Simonswolde mündet das Krumme Tief in das Fehntjer Tief. Die ursprüngliche Mündung des Fehntjer Tiefes in die Ems bildet das Sieltief von Oldersum.

Die Bezeichnung Tief verrät, dass es sich bei dem Fehntjer Tief um eine schiffbare Wasserstraße handelt, die darüber hinaus auch zur Entwässerung großer Teile Ostfrieslands dient und diente. Über das Fehntjer Tief waren alle Fehngebiete per Schiff erreichbar; wichtig für einen Landstrich, der lange Zeit über ein schlechtes Straßennetz verfügte. [3]



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Fehn

[1] „Altfries. fane, fan, fen m. n. bedeutet „Moor, Moorland““; „eine planmäßig angelegte Moorcolonie mit Torfgräbereien, u. […] einem schiffbaren Kanal.“



2. Tief

[2] mnd. deep, tief; "Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss."



Quellen:

[1] Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 20; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 52
[2] Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293
[3] Kannegieter, Herbert, Oldersumer Chronik, Emden 1987, S. 84
[4] Kramer, Johann / Wolf, Renke, Deichschutz und Entwässerung in der Moormerländer Deichacht und im Entwässerungsverband Oldersum, Oldersum 1989, S. 33, 58


Autor(in):

Hermine und Imke Saathoff


Letzte Änderung am: 12.10.2015

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