Rorichumer Tief (Tergast)

Ausgewählter Flurname:

Rorichumer Tief


Gemarkung:

Tergast

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Rorichumer Tief (Tergast)


Erklärung des Flurnamens:

Der Flurname Rorichumer Tief bezeichnet einen Wasserlauf nahe der Ortschaft Rorichum.
Sein Verlauf ist in den Jahrhunderten immer wieder verändert worden.
Herbert Kannegieter erwähnt in seiner Oldersumer Chronik, dass das Tief ursprünglich einem kleinen See am Moorweg, Sandwater genannt, entsprang [6].
Die Karte des südwestlichen Teils von Ostfriesland, herausgegeben von General-Major Le Coq (1805) unterstütze diese Aussage, sie zeigt das Rorichumer Tief noch beginnend im Hammrichgebiet, südlich des Gutes Sieve.
Aufgrund des Verlustes der ehemaligen Hochmoorgebiete durch die Moorkolonisation im 18. Jahrhundert kam es zu einem überhand nehmenden Zufluss von Oberwasser in diesem Bereich. Ende des 19. Jahrhunderts kam man von Seiten der Oberemsischen Deichacht Oldersum zu dem Schluss, dass das Entwässerungssystem und somit das Rorichumer Tief ausgebaut werden müsste. Von 1928 bis 1930 wurde eine neue Verbindung vom Rorichumer Tief zum Ayenwolder Tief gegraben und über die Heuwieke mit dem Warsingsfehnkanal und dem Fehntjer Tief verbunden. Allein in den Jahren zwischen 1895 bis 1935 ist das Rorichumer Tief dreimal ausgebaut und seine Lage verändert worden, so dass der Wasserdurchlauf hier jetzt größer ist als beim Fehntjer Tief.
Heute wird das Rorichumer Tief beschrieben als Wasserlauf, dessen Quelle nordwestlich von Timmel liegt, wobei sein linker Nebenfluss der Warsingsfehnkanal, sein rechter Nebenfluss die Heuwieke ist und der in das Oldersumer Siel mündet. [3, 4, 5]


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Rorichum

[1] "Heim des Rorik"



2. Tief

[2] mnd. deep, tief; "Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss."



Quellen:

[1] Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 189
[2] Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293
[3] Kramer, Johann / Wolff, Renke, Deichschutz und Entwässerung in der Moormerländer Deichacht und im Entwässerungsverband Oldersum, Oldersum 1989, S. 32, 33, 136 u. 137
[4] Steffens, Gerhard, Die Acht und die sieben Siele, Leer 1987, Band 1, S. 44, Band 2, S. 966
[5] Theodor Janssen, Gewässerkunde Ostfriesland, Aurich 1967, S. 206 ff
[6] Kannegieter, Herbert, Oldersumer Chronik, Emden 1987, S. 85


Autor(in):

Hermine und Imke Saathoff


Letzte Änderung am: 11.10.2015

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