Tillfennen (Tergast)

Ausgewählter Flurname:

Tillfennen


Gemarkung:

Tergast

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Tillfennen (Tergast)


Erklärung des Flurnamens:

Tiefer liegende Wiesenländereien in der Nähe einer kleinen Brücke, die man "tillen", also aufheben oder bewegen kann.

Laut Honartschem Register von 1668 gehört dieses Flurstück zur Parzelle Nr. 118. [3]

In einer Karte aus dem Jahr 1793 mit dem Titel "Darstellung der Ortschaft Tergast" ist hier noch eine Tille (Klappbrücke) verzeichnet; sie ist Teil eines Fußweges, auf dem sich noch weitere drei Tillen anschließen. Der Weg führt zum Dorf, auf die heutige Straße Hinter den Weiden, früher auch Teil des Heereweges nach Simonswolde und Ayenwolde. [4]



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Tille

[1] afries. tille, "Brücke, besonders eine leichte, welche sich abheben (tillen) oder aufziehen läßt"



2. Fenne

[2] „Altfries. fene, fenne, fonne, finne, fen, fon, fin, fen […] m. f. n. „Weide““; „mittelniederd. venne f. „moorige, marschige Weide““



Quellen:

[1] Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 282; Schiller, Carl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 542
[2] Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online- Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 22
[3]Honartsches Register, StadEmd, AK Nr. 86, Nr. 34; van der Linde, Benjamin, Familien der Kirchengemeinde Tergast, Upstalsboom-Gesellschaft, Aurich 2009, S. 26
[4] StaA, Rep. 244 Nr. A 4916


Autor(in):

Hermine und Imke Saathoff


Letzte Änderung am: 17.08.2015

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