Vesper Fenntje (Tergast)

Ausgewählter Flurname:

Vesper Fenntje


Gemarkung:

Tergast

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Vesper Fenntje (Tergast)


Erklärung des Flurnamens:

Vesper Fenntje bezeichnet eine kleine, moorige Weide in kirchlichem Besitz, deren Ertrag für die Vesper verwendet wurde.

Heute befindet sich hier eine in den 1960/70er Jahren entstandene Siedlung, im Volksmund auch Vespersiedlung genannt. Durch die Siedlung führt eine Strasse, die Vesperweg genannt wird.
Im Ordensleben der katholischen Kirche ist die Vesper das vorletzte Gebet des Tages; Vesper meint aber auch ein Abendgebet außerhalb eines Ordens, bei dem oft das Abendmahl gereicht wird. Der Ertrag dieses Flurstückes ist wohl ursprünglich für die finanziellen Aufwendungen des Abendmahls verwendet worden; so erhielt dieser südlich der Kirche liegende Flurbereich seinen Namen, der damit auf eine vorreformatorische Entstehungszeit hinweist.

1668 im Honartschen Register als Parzelle Nr. 154 bezeichnet und als Vesper Venne benannt. [4]


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Vesper

[1] mnd. vesper, f., "die vorletzte canonische Stunde"



2. Fenne

[2] „Altfries. fene, fenne, fonne, finne, fen, fon, fin, fen […] m. f. „Weide““; „mittelniederd. venne f. „moorige, marschige Weide““



3. -tje

[3] „Diminutiv-Endung = nhd. chen, auch jen, je u. tjen“



Quellen:

[1] Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 246
[2] Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, OnlineVeröffentlichung, Aurich 2011, S. 22
[3] Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 195
[4] van der Linde, Benjamin, Ortssippenbuch Tergast, Aurich 2009, Band 85, Honartsches Register S. 28


Autor(in):

Hermine und Imke Saathoff


Letzte Änderung am: 05.10.2015

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