Kleine Gedehlte (Warsingsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Kleine Gedehlte


Gemarkung:

Warsingsfehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Kleine Gedehlte (Warsingsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Das Moor, das ein Erbpächter von dem Obererbpächter zugeteilt bekam, nannte sich „Gedehlte“. „Eine Fehnstelle, gewöhnlich 25 Ruthen breit an der Wieke und 50 Ruthen hoch oder lang“.
Das Flurstück „Kleine Gedehlte“ unterscheidet sich in der Größe von der "Großen Gedehlte". Es liegt an der ersten Westerwieke.

Als Obererbpächter erhielten im Jahr 1736 Dr. Gerhard Warsing von dem Fürsten Carl Edzard 400 Diemath Moor in Erbpacht und der Sohn Hermann Warsing erhielt von der Königlichen Majestät in Preußen 87 Diemath, 93 Ruthen und 117 Fuß im Jahre 1769, im Jahr 1776 kamen weitere 105 Diemath, 372 Ruthen und 18 Fuß dazu und 1779 noch einmal 176 Diemath und 444 Ruthen.
Der Obererbpächter Dr. Gerhard Warsing und sein Sohn Hermann Warsing und später die Fehnverwalter verpachteten das Moor an sogenannte Erbpächter, die das Land kultivierten.
Ein Vertrag („ErbpachtsContract“) zwischen den Obererbpächtern und den Erbpächtern regelte unter anderem folgendes:
1. Jedes Gedehlte einer Torfgräberei ist 25 Ruthen breit und 50 Ruthen lang, die Ruthe zu 12 Fuß rheinl. gerechnet. (Das entspricht einer Breite von 94,1 Metern und einer Länge von188, 2 Metern.)
2. Die Erbpächter hatten innerhalb von sieben Jahren ein gutes Haus zu bauen. Sobald ein halbes Diemath abgegraben war, mussten sie fünf Obstbäume und 30 wilde Bäume (Birken, Eschen usw.) auf ihr Gedehltes pflanzen und eine Hecke entlang des Weges an der Wieke setzen.
Nachdem der Torf auf Kosten des Erbpächters abgegraben war, konnte die Fläche landwirtschaftlich genutzt werden.



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gedehlte

mnd. dêl, deil, m. und n., „Teil“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 498
Staatsarchiv Aurich Rep. 31/1135 und Rep. 31/166


Autor(in):

Badewien, Rita


Letzte Änderung am: 13.04.2015

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