Oster Hauptwieke (Warsingsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Oster Hauptwieke
( Hauptkanal )

Gemarkung:

Warsingsfehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Oster Hauptwieke (Warsingsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Der Hauptkanal wird auch Hauptwiek, Oster Hauptwieke, Osterhauptwiek oder Warsingsfehnkanal genannt.

Zur Entwässerung des Moores musste zuerst ein Hauptkanal gegraben werden, von dem aus die Inwieken abgingen. Dieser Kanal war wichtig, um eine Verbindung zur Ems herzustellen.

Das Fehn war ursprünglich geprägt durch diesen Hauptkanal und dessen Inwieken, die einst eine Funktion zur Entwässerung und als Transportwege hatten. Der Hauptkanal mit einer Breite von 14 m und einer Tiefe von gut 2 m, durchquerte Warsingsfehn bis an die Grenze des Ortes Veenhusen. Dr. Gerhard Warsing ließ schon vor 1737 von der Leidse Brücke aus, die über die Heuwieke führt, den Kanal in Richtung Osten graben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Schifffahrt zum Erliegen. Als Ende der 1960er Jahre der Sauteler Kanal (Randkanal) durch Warsingsfehn gebaut wurde, verfüllte man 4 km Wieken, um sie später zu Straßen auszubauen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wieke

von mnd. wîk, „das Weichen, Entweichung“, „ein von einem Hauptcanal seitlich abweichender kleinerer Canal od. überhaupt eine seitliche Ausbucht eines grösseren Tiefes od. Canals, wie sich solche hauptsächlich auf den Fehnen finden.“ – Inwieke: „eine nach innen, bz. ins Land od. Moor hinein gegrabene Wieke od. Neben-Canal, der sich von der Hauptwieke abzweigt.“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 710; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 548; Bd. 2, S. 133


Links:

http://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Warsingsfehn.pdf (13.02.2017)

Autor(in):

Badewien, Rita


Letzte Änderung am: 18.02.2017

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