Neei Deep (Westeraccum)

Ausgewählter Flurname:

Neei Deep
( Dornumersieler Tief )

Gemarkung:

Westeraccum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Neei Deep (Westeraccum)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung: Gewässername für einen Abschnitt des Dornumersieler Tiefs,
westlich der Roggensteder Brücke.
Übersetzung/Bedeutung: Beim Dornumersieler Tief handelt es sich offensichtlich um einen natürlichen Wasserlauf, der auf der Regemortschen
Karte "Rogstäder Tieff" genannt wurde. Der Name "Nee Deep" kann sich
nur auf einen künstlichen Wasserlauf beziehen. Nördlich der Straße wurde
am Ende des 19. Jhd. bei Grabungsarbeiten eine Holzkonstruktion beobachtet, die als Reste eines Schiffswracks gedeutet wurden. Nach D. Runkel handelt es sich um die Reste eines mittelalterlichen Sielbauwerkes. Dann muss an dieser Stelle auch ein künstliches Tief in den Vorfluter geführt
haben. Vermutlich bezieht sich der Gewässername auf diese Situation.

(Dietrich Runkel: Funde sprechen für Blocksiele : fälschlicherweise hatte man Holz zunächst als Schiff interpretiert - In: Friesische Heimat, 2015, 3, Beilage zu: Anzeiger für Harlingerland)




Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Neei

Es handelt sich um einen Abschreibefehler aus der Grundkarte und heißt dort "Nee" mnd. nîe, nige, nigge, neye, nîwe, nnd. nie, nee, neu, kennzeichnet einen flurgeschichtlich oder besitzgeschichtlich jüngeren Zustand gegenüber einem älteren



2. Deep

mnd. dêp, n., „Fahrwasser, Fluß, Canal“; nnd. dêp, Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 506; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293


Autor(in):

Heinze, Axel und Herdes, Lies


Letzte Änderung am: 28.08.2017

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