Oll Diek (Westeraccum)

Ausgewählter Flurname:

Oll Diek


Gemarkung:

Westeraccum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Oll Diek (Westeraccum)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung: Flurstück westlich von Altensiel südwestlich von Westeraccumersiel.
Übersetzung/Bedeutung: An dieser Stelle lag das ursprüngliche Westeraccumersiel in der ältesten mittelalterlichen Deichlinie vor
Westeraccum. Dieses Siel wurde bei einer Sturmflut 1362 zerstört. Es gelang erst 1449, diese Deichlücke zu schließen, nachdem östlich und westlich davon jeweils ein neuer Siel für Westeraccum und Dornum gelegt worden war.
Nachdem 1653 das neue Vorland definitiv durch neue Siele verschlossen
war, gerieten diese Siele außer Funktion und die alte Deichlinie wurde zum Schlafdeich. Allerdings brachen die neuen Siele mehrfach bei späteren Sturmfluten, so dass der alte Deichkörper vermutlich durch die eindringen-
den Wassermassen zerstört wurde. Es bildete sich an dieser Stelle ein
großer Kolk, der noch heute im Gelände wahrnehmbar ist.
Literatur: Axel Heinze: Dornum, in: Klaus Niehr: Historische Stadtansichten
aus Niedersachsen und Bremen 1450 - 1850, Göttingen 2014, S. 143.
Karl-Heinz Wiechers: Zur Geschichte Dornumersiels und Westeraccumersiels
Dornumersiel 1989


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Oll

mnd. ōlt, olt, nnd. oolt, olt, „alt“. 1. „einen alten Zustand repräsentierend, schon lange genutzt“; 2. „ehemalig, nicht mehr vorhanden, nicht mehr in Funktion“



2. Diek

mnd. dîk, nnd. Diek, m., „Deich“, „Diek, Deich auch in Namen für erhöhte, feste Wege in feuchtem Gelände.“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114


Autor(in):

Heinze, Axel und Herdes, Lies


Letzte Änderung am: 17.09.2015

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