Utterdiek (Westeraccum)

Ausgewählter Flurname:

Utterdiek


Gemarkung:

Westeraccum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Utterdiek (Westeraccum)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung: Flurstück südlich der K 210 an der Ostgrenze der Gemeinde.
Übersetzung/Bedeutung: Das Flurstück grenzt unmittelbar an das Dornumersieler Tief. Dieses Tief war von 1363 bis 1449 nicht durch ein
Siel verschlossen. An dem Gewässer nördlich der Straße wurde Ende des
19. Jhd. ein mittelalterliches Kastensiel beobachtet, was im Zusammenhang
mit einem kleinen Deich den Meedenbereich weiter nördlich schützte. Das
betrachtete Flurstück hat also außerhalb dieser Deichlinie gelegen.
(Runkel, Dietrich, Funde sprechen für Blocksiele - fälschlicherweise hatte
man Holz zunächst als Schiff interpretiert, in: Friesische Heimat (Beilage zu: Anzeiger für Harlingerland), 2015, 3


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Utter

mnd. ût, aus, heraus, mnd. uter, außer; üter-dik: Aussen-Deich; üter-dîks-land: Aussendeichsland, Land, was außerhalb des Deichs liegt u. nur zum Weiden und zur Meede benutzt wird.



2. diek

mnd. dîk, nnd. Diek, m., Deich, Diek, Deich auch in Namen für erhöhte, feste Wege in feuchtem Gelände.



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 140, 147; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 486
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114


Autor(in):

Heinze, Axel und Herdes, Lies


Letzte Änderung am: 10.11.2015

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