Jödenschütt (Westermarsch I)

Ausgewählter Flurname:

Jödenschütt


Gemarkung:

Westermarsch I

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Jödenschütt (Westermarsch I)


Erklärung des Flurnamens:

Wahrscheinlich ein vernachlässigter, mit Unkraut bewachsener Erdwall westlich des Norder Tiefs und nördlich des Friederikenpolders, der einst als Umfriedung der Übernachtungsstelle für das Vieh diente.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Jöden

1. Jude 2. afries. jüdd, Unkraut; "Unkraut u. Ampfer ist nach d. Verschwinden d. friesischen Sprache... (um 1500) nicht mehr verstanden worden, u. so sind ...vernachlässigte Landstücke zu Judenkirchhöfen geworden." Beweis: Erf. der jüd. Begräbnisplätze 1983



2. schütt

nnd. schüt, 1. ahd. scuz, Schutz 2. engl. shut, Vorrichtung aus Holz "zum Schutz u. zur Sicherheit gegen das Ein- u. Durchbrechen des Wassers bei Sturmfluthen" 3. "Vorrichtung aus Holz zum Einsperren des Viehs"



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S, 14; Friedrichsen, Hans, Friesische Orts- und Flurnamen, in: Heimat am Meer, 1884, 9
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 165, 166; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 237


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 26.07.2011

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