Knullenbrügg (Westermarsch I)

Ausgewählter Flurname:

Knullenbrügg
( Knollenbrücke )

Gemarkung:

Westermarsch I

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Knullenbrügg (Westermarsch I)


Erklärung des Flurnamens:

Eine über das Langhauser Tief führende Brücke. Hier stand 1594 das Gastersiel Nr. 2 "Jobs Haus upt Gaster Sieldiep" 1546-1582, heute Knollenbrücke (1). 1570 im Dezember landeten hier mit zwei adligen Gefangenen die Freibeuter "mit ihren (11) Schiffen durch eises noet an Gaster Siehl". Die Freibeuter erbeuteten zu jener Zeit u.a. dem Häuptling Hajo Manninga aus dem nahe gelegenen Häuptlingssitz Langhaus "sein Silbergeschier vom Tisch, als er Mahlzeit genommen" (2).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Knulle

mnd. knolle, "Erdvorsprung, kleine Anhöhe, nur als Ortsname belegt"; nnd. Knollen, "Knollen, "Anhöhe, Hügel"



2. brügg

niederd. Brügge, ahd. brucca, Brücke, "Brücke", "bezeichnet nicht nur freitragende Konstruktionen über einen Wasserlauf, sondern manchmal auch dammartige Überbrückungen von Mooren und Sümpfen"



Quellen:

(1) StAA, Rep. 244, B, Nr. 2889, (2) StAA, Rep. 102, Nr. 158
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 131
Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 253; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 237, 238


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 27.07.2011

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