Süderdeich (Westermarsch I)

Ausgewählter Flurname:

Süderdeich


Gemarkung:

Westermarsch I

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Süderdeich (Westermarsch I)


Erklärung des Flurnamens:

Der (neue) Süderdeich wurde unter Graf Edzard II. (1561-1599) gezogen, der vom heutigen Norder Zollhaus aus westwärts lief und in etwa am roten Pfahl endete. Süderdeich ist also die Benennung für den ganzen Deich. Heute wird der westliche Teil noch Süderdeich genannt. In alten Deichakten wird über diesen Süderdeich berichtet, dass dort mehrere Häuser am oder auf dem Deich standen, die nach der Sturmflut von 1825 abgebrochen werden mussten. Einige restliche Häuser sind noch da. Der neue Deich, der hier ab 1978 errichtet wurde, ist vor den alten Deich gelegt worden. 1988 wurde am Buscher Polder erhöht, wo eine ehemalige Wassermühle stand (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Süd

nnd. sûd; Süden, südlich, südwärts, nach Süden



2. Deich

1. Deich, Schutzdamm, Seedamm; "Diek, Deich auch in Namen für erhöhte, feste Wege in feuchtem Gelände." 2. Teich, Graben, Grube; "Diek, Teich oft letzter Hinweis auf verlandeten Teich."



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 360
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 296
(1) Mathilde Imhoff, Die alte Karte von 1590, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 12. November 1988, Nr. 8/9. S. 31.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 30.07.2011

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