Leybucht (Westermarsch II)

Ausgewählter Flurname:

Leybucht


Gemarkung:

Westermarsch II

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Leybucht (Westermarsch II)


Erklärung des Flurnamens:

Über die Entstehung der Leybucht ist uns nichts überliefert. Ebenso lässt sich bislang ihre ursprüngliche Ausdehnung nicht feststellen. Das 14. Jahrhundert war eine Zeit schwerster Sturmflutkatastrophen. Die Marcellusflut, die "Mandrank" von 1362 und die Fluten von 1374 und 1377 rissen große Stücke aus dem Land heraus. Die Einbruchsrinne erhielt den Namen Ley, d. i. die Leide. Die Sturmfluten hatten auch die alten Deiche in der Leybucht zerstört. Auf der Nordseite wurde der Einbruch durch einen Einlagedeich gefangen. Im weichen Moorboden schritt die Zerstörung rasch vor und erreichte mit einem nördlichen Ausläufer die Stadt Norden. Anfang des 16. Jahrhunderts begann eine Verlandung der Meeresbuchten und es konnten große Landgewinne erzielt werden. So wurden rund 28 Quadratkilometer eingedeicht (1).


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ley

Gewässername; "Zufluss eines Sieltiefs"



2. Bucht

bugt, bucht (rect. bught), "ein Etwas was krumm u. gebogen ist od. was sich biegt: Bucht, Biegung, Krümmung, Einbiegung, Busenn, Bai etc."



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 267
Doornkaat Koolmanm Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Nachdruck der Ausgabe Norden 1879 bis 1884, Wiesbaden 1971, Bd.1, S. 245.
(1) Schreiber, Gretje, Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jarhhundert, Manuskript 2011.


Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Leybucht

Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 04.08.2011

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