Meint Hibben Salzbude (früher) (Westermarsch II)

Ausgewählter Flurname:

Meint Hibben Salzbude (früher)


Gemarkung:

Westermarsch II

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Meint Hibben Salzbude (früher) (Westermarsch II)


Erklärung des Flurnamens:

Diese Salzbude scheint demnach auf einem den Fluten überlassenen Deiche gelegen zu haben. Seit 1564 bemühten sich Unternehmer aus Ostfriesland und den Niederlanden, französisches und spanisches Seesalz einzuführen und zu einem feinen Speisesalz zu verarbeiten. Gleichzeitig nahm aber auch die Einfuhr Lüneburger Salzes immer größeren Umfang an, auch zur Befriedigung des eigenen Bedarfs. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts sanken Bedeutung und Verständnis für die Salzsiederei in Westermarsch II vollständig dahin, und auch auf der Insel Bant war es damit zu Ende (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Meint Hibben

Name eines alten ostfriesischen Geschlechts



2. Salz

mnd. solt, nnd. Solt, "Salz"; "Hinweis auf auffallend hohen Salzgehalt von Boden, Pflanzenwuchs oder Wasser."



3. Bude

1. nnd. bôe, Nebengebäude, Schuppen zur Aufbewahrung von Holz, Stroh, Torf, manchmal mit einem Stall für Schafe oder Schweine 2. mnd. bode, Wohnung, Ansiedlung, Bude



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 146
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 195, 243 (s. unter: bûdel)
(1) Lang, Arend, Der Untergang der Insel Bant, Ostfreesland Kalender für Jedermann, Jg. 34, S. 37-44.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 04.08.2011

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