Neudeicher Rott (Westermarsch II)

Ausgewählter Flurname:

Neudeicher Rott


Gemarkung:

Westermarsch II

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Neudeicher Rott (Westermarsch II)


Erklärung des Flurnamens:

"Neyedycker Rott" (1634) (1), "Newteicher Rott" (1645), "Newdycker Rott" (1650) (2), "Neu Teicher Rott" (1672) (3). Der heutige Name Neudeicher Rott ist seit 1818 amtlich. Die Ortschaft Neudeicher Rott bestand 1823 aus 13 Wohngebäuden, in denen 89 Personen beheimatet waren. Auf Abbildungen der topographischen Karte des Amtes Norden fällt auf, dass im Neudeicher Rott abweichend von den restlichen Ländereien in der Westermarsch, eine auffallend nord-südlich verlaufende, breite Streifenflur vorherrscht, nur unterbrochen durch den ältesten Deich. Begrenzt wird dieser Abschnitt im Westen durch das Leegeland-Tief. Aus dieser Flurform kann man schließen, dass an dieser Stelle ein Meereseinbruch erfolgte, der den Bau eines neuen Deiches notwendig machte. Die Zeitstellung bleibt freilich unsicher. Warfen und Plätze finden wir, außer am alten Deich, in diesem Teil nicht (4).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. neu

mnd. nîe, nige, nigge, neye, nîwe, nnd. nie, nee, „neu“, „kennzeichnet einen flurgeschichtlich oder besitzgeschichtlich jüngeren Zustand gegenüber einem älteren“



2. Deich

mnd. dîk, nnd. Diek, m., „Deich“, „Diek, Deich auch in Namen für erhöhte, feste Wege in feuchtem Gelände.“



3. Rott

(selten auch: rot); niederd. rott, Abteilung, Bezirk, Quartier einer Stadt oder Bezirk auf dem Lande; vgl. Kluft; "Nörden is in 4 klüften un 16 rötten indêld"



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 56
(1) StAA, Dep. I, Nr. 4133: (2) StAA, Dep. I, Nr. 4624, (3) StAA, Rep. 4, B 4 a, Nr. 217; (4) Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch II, Manuskript 2010.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 22.07.2015

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