Norddeich (Westermarsch II)

Ausgewählter Flurname:

Norddeich


Gemarkung:

Westermarsch II

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Norddeich (Westermarsch II)


Erklärung des Flurnamens:

Der Norddeich ist ein Teil des 28 km langen Deiches, der das Gebiet der Stadt Norden zur See hin abschließt. Der Norddeich bildet in der Gesamtheit der Deichstrecken Ostfrieslands die am schwersten beanspruchte und gefährdeste. Maßgebend ist nicht nur die Fluthöhe, sondern der Wellenschlag am Deich sowie die Einwirkung des Ebbsogs. Beide Einflüsse wirken ungehindert auf den Deich ein, da ihm jedes Vorland fehlt. Der Norderdeich wird in die Wester- und Osterschauung eingeteilt. Die Westerschauung beginnt beim Buscher-Polder-Flügeldeiche, die Osterschauung fängt beim roten Pfahl an und beide enden im Großen Deichachtskrug. Die Besitzer der anliegenden Plätze waren zum Unterhalt des Deiches verpflichtet. Nach großen Sturmfluten ist es oft vorgekommen, dass die Herdbesitzer ihren Verpflichtigungen nicht nachkommen konnten und somit den Hof aufgeben mussten (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Nord

abgeleitet von "nôrd" oder "nôrden": Norden, nördliche Himmelsrichtung



2. Deich

Deich, Schutzdamm, Seedamm; "Diek, Deich auch in Namen für erhöhte, feste Wege in feuchtem Gelände."



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 660, 661; Byl/Brückmann, Ostfriesisches Wörterbuch. Plattdeutsch/Hochdeutsch, Leer 1992, S. 88
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 114; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 296
(1) Imhoff, Mathilde, XII. Flurnamen der Karte Norddeich 2308/30, in: Heim und Herd 20. Dezember 1986, Beilage zum Ostfriesischen Kurier Nr. 10/11/12.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 04.08.2011

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