Falkmoor (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Falkmoor


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Befragung von 1800

Falkmoor (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Das Falkmoor ragte von Norden in die Gemarkung hinein.
Übersetzung / Bedeutung:
Falkmoor: Morast, Sumpfland, das Standort einer Falknerei war.
Einstiges Moor- und Heidegebiet am südlichen Rande des Upschörter Moores. Lage des Falkmoores, auch Dulff genannt, wiedergegeben um 1800 in Zeichnung des Moorvogts Köhnemann. Nach der Überlieferung Standort einer gräflichen Falknerei. Auf Falknerei lässt eine Eintragung im Kirchenbuch Reepsholt für Wiesede schließen: Johann Falkenfanger, 1593-1621 genannt.
Geschichtliches:
Auf der ostfriesischen Geest setzte um 4000 v. Chr. auf Grund klimatischer Veränderungen die Hochmoorbildung ein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand das mächtige in Südost-Nordwest-Richtung verlaufende ostfriesische Zentralhochmoor. Die Gemarkung Wiesede lag auf einer Geestzunge am Rand dieses Hochmoorkomplexes. Das Moor ist bis auf wenige Reste abgebaut.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



Quellen:

Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Behre, Karl-Ernst, Die Entstehung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft der ostfriesischen Halbinsel, in: Behre, Karl-Ernst / van Lengen, Hajo (Hrsg.), Ostfriesland, Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995
StAA, Rep. 244, A 2011
Ortssippenbuch Reepsholt, Aurich 1982, Bd. 1, Nr. 1598A


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 14.12.2016

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