Fulshörner Moor (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Fulshörner Moor


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Fulshörner Moor (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Die Fluren liegen im Südwesten der Gemarkung mit Grenze an Wiesederfehn.
Übersetzung / Bedeutung:
Moor: Morast, Sumpfland.
Geschichtliches:
Auf der ostfriesischen Geest setzte um 4000 v. Chr. auf Grund klimatischer Veränderungen die Hochmoorbildung ein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand das mächtige in Südost-Nordwest-Richtung verlaufende ostfriesische Zentralhochmoor. Die Gemarkung Wiesede lag auf einer Geestzunge am Rand dieses Hochmoorkomplexes. Das Fulshörner Moor als Ausläufer ragte von Süden (Wiesederfehn) in die Gemarkung hinein.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Fuls

1. germanisch *wulfa, got. wulfs, ahd. wolf, mhd. wolf, as. wulf, "Wolf" 2. mittelniederländisch vul, vuul, "schmierig, morastig"; mnd. vûl, „sehr schmutzig, stinkend vor Schmutz, mit stinkendem Schmutz bedeckt“; nnd. fuul, „faul“; „Hinweis auf Gewässer mit fauligem Wasser oder auf feuchtes, morastiges Flurstück



2. Hörn

mnd. hōrn, n., „spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück“, „Winkel, Ecke, Biegung“; nnd. Horn, n., „in Flurn. „Ecke, Winkel“



3. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



Quellen:

Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. (23. Aufl.). Berlin 1999, S. 896; Verdam, Jacob, Middelnederlandsch Handwoordenboek, Nijhoff 1961, S. 755, 756; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 127
Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Behre, Karl-Ernst, Die Entstehung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft der ostfriesischen Halbinsel, in: Behre, Karl-Ernst / van Lengen, Hajo (Hrsg.), Ostfriesland, Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 28.01.2017

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