Hörst und Achter Warf (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Hörst und Achter Warf


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Hörst und Achter Warf (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur östlich im Dorfkern am Dobbener Graben.
Übersetzung / Bedeutung:
Hörst: Gebüsch. Warf: (erhöhter) Wohn-, Gewerbeplatz.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hörst

mnd. horst, hurst (host), „f. 1. niedriges Gestrüpp“; „2. der Krüppelbusch, wie er sich auf den Knicken findet“; „3. alles was zu einem Busch, einer kleinen Gruppe vereinigt ist […] bes. das zu einem Busche zusammengewachsene Gras an einem Sumpfe“; „4. überh. wilder, wüster Ort“



2. Achter

mnd. achter, „hinten“; nnd. achter, „hinter, zurück“



3. Warf

mnd. wurt, wort, f. „urspr. wohl jede (natürliche od. künstliche) Erhöhung, die Sicherheit und Schutz gegen aufsteigendes Waßer gewähren soll; [...]; dann bes. die Stätte für (landwirthschaftliche) Gebäude oder Platz zum Hausbau; überh. jede Hofstätte, bes. eine eingezäunte, sie sei bebaut od. nicht, deren es mehrere bei einem Gute geben kann.“; nnd. warf, „a. ein als Wohn- od. Hausstätte benutzter, meist künstlich geschaffener od. doch später nach Bedürfniss erhöhter Hügel od. eine Anhöhe in der Marsch od. in der Nähe des Meeres, worauf ein Haus od. ein Dorf zur Sicherheit gegen Sturmfluten u. Ueberströmungen erbaut ist“, „b. ein auf einem warf erbautes Haus od. ein kleiner Bauernhof, als ländliche Besitzung u. ländlicher Betrieb“, „c. die erhöhte Haus- od. Hofstätte od. der Hofplatz überhaupt u. so auch der erhöhte Platz od. Hof-Raum innerhalb od. ausserhalb eines Hauses, meist eingefriedigt u. gepflastert“, „d. der (meist erhöhte u. eingefriedigte) Raum od. Platz, worauf eine Mühle steht [...] od. Platz, worauf Kalk aus Muscheln etc. gebrannt wird“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 304-305
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 7; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 7
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 790; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 513


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 05.04.2017

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