Hinter dem Preekamp (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Hinter dem Preekamp
( Sandvoorterriege, Sandvorter Stücke, Sandforter Riede )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Hinter dem Preekamp (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur auf der Südseite des Sandvarieger Weges.
Übersetzung / Bedeutung:
Pree: Name eines natürlichen Wasserlaufs. Kamp: eingehegtes Landstück.
Jhering führt in seiner Amtsbeschreibung unter § 27 "Tiefe und Bäche" auf:
Dieser Strom [Friedeburger Tief] kriegt aus verschiedenen Strömen und Bächen einen großen Zufluss. Denn aus von oben angefangen, so kommt von Wiesede aus dem dortigen Gewässer ein Strohm herunter, welcher in Wiesede die Prehe, und weiter hinunter zwischen den Wieseder Landen bis an die alte Wassermühle das Wieseder Tief, und bis an die confluentz mit dem Friedeburger Tief unweit Hoheesche, der Reepsholter Tief genannt. (Quelle: Jhering, Sebastian Eberhard, Historische Beschreibung des Amtes Friedeburg nach deren Gräntzen, Kirchen, dazugehörigen Dörfern, 1730, NLAA Dep. 1. MSC, Nr. 97)
Die zahlreichen Fluren in der Gemarkung Wiesede mit dem Wortsegment Pree weisen auf die Bedeutung des Wasserlaufes für die Ortschaft in früheren Zeiten hin.
Geschichtliches:
Die Bezeichnung Kamp weist auf die mittelalterliche Flurverfassung hin, mit Ackerflur (Gaste/Kamp) und Feld-, Flur- und Waldgemeinschaften (Allmende).


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Pree

Name eines natürlichen Wasserlaufs, der als Vorfluter der Entwässerung dient. "Pree" in der Bedeutung von "vor" stammt vermutlich aus dem Niederländischen und wird hier als Bezeichnung für den Vorfluter (engl. on-site preflooder) verwendet. niederländisch pre, prä, Prä, "vor-, Vor-"



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

van Dale, Groot woordenboek Nederlands-Duits, Utrecht/Antwerpen 1986, S. 989
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 12.03.2017

Projektpartner