In der Reitschart (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

In der Reitschart


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

In der Reitschart (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Die Fluren liegen im Südwesten der Gemarkung mit Grenze an Wiesederfehn.
Übersetzung / Bedeutung:
Reit: Schilfrohr. Schart: Grenzgebiet.
Geschichtliches:
Schar, schort kommt in der Wieseder Flur in Reitschade, Reitschort oder Reitschart, Upschört vor. Die Flur In der Reitschart liegt südwestlich des Dorfes in Richtung Wiesederfehn, woran vor der Kultivierung der Moor- bzw. Reitgürtel heranreichte. Schade, schort oder schar hier auch denkbar als Scheidung oder Grenze (zwischen Sand und Moor).


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Reit

afries. reid, rēd- n., „Schilfrohr, Reet (vor allem zum Dachdecken)“; mnd. rêt, reit, m., n., „Schilfrohr“; nnd. Reet, Reit, n., „Ried, Riedgras, schilfartiges Gras, Schilfrohr“



2. Schart

mnd. schardinge, f., „Theilung, Scheidung“; nnd. scharde, schârde, schârte, „Scharte, Kerbe etc.“; nnd. scharding, „Scheidung, Grenzscheidung od. richtiger die scheidenden u. trennenden Hecken, Zäune, Holzwände etc., da die betr. gesetzliche Bestimmung vorschreibt, dass die schardinge auf die richtige Grenze (swette) gesetzt werden müssen.“



Quellen:

Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 74; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 141
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 50; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 100


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 15.05.2017

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