Jürgens Kamp (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Jürgens Kamp


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Jürgens Kamp (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur südlich des Dorfes an der Grenze zu Wiesederfehn.
Übersetzung / Bedeutung:
Kamp, eingehegtes Land der/des Jürgens.
Jürgens ist als patronymischer Name (Vatername) im Kirchenbuch zu Reepsholt für Wiesede genannt: Berendt Jürgens, †1651, Johann Jürgens, Auskündiger, †1662. Eine Verbindung zur Liegenschaft ist nicht belegt.
Geschichtliches:
Mit Kamp werden die nach ca. 1000 n. Chr. urbar gemachten Ländereien bezeichnet, die im mehrjährigen Wechsel als Weide oder Acker genutzt wurden. Auf der Geest mit einer Wallhecke umgrenzt, um die Feldfrucht vor dem in der Gemeindeflur weidenden Vieh zu schützen.
Die Bezeichnung Kamp weist auf die mittelalterliche Flurverfassung hin, mit Ackerflur (Gaste/Kamp) und Feld-, Flur- und Waldgemeinschaften (Allmende).


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129
Ortssippenbuch Reepsholt, Aurich 1982, Bd. 2, Nr. 3953, 3960.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 07.08.2017

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