Junkernkamp (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Junkernkamp
( Junkernplatz, Beim Junkernplatz, Beim Junkerplatz, Vor dem Junkernkamp )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Junkernkamp (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Bei Nordwysda, dem mittelalterlichen Ortsmittelpunkt am Preefelder Weg.
Übersetzung / Bedeutung:
Junker: junger Edelmann. Kamp: eingehegtes Landstück.
Mit Kamp werden die nach ca. 1000 n. Chr. urbar gemachten Ländereien bezeichnet, die im mehrjährigen Wechsel als Weide oder Acker genutzt wurden. Auf der Geest mit einer Wallhecke umgrenzt, um die Feldfrucht vor dem in der Gemeindeflur weidenden Vieh zu schützen.
Geschichtliches:
Der Flurname weist auf die Junkersburg, ein mittelalterliches Steinhaus hin, das in weiteren Flurnamen überliefert ist: Junkerswarf, -platz, -moor, Junkerei. Friedrich Arends über eine Junkerei in Wiesede: "Nordwestlich des Dorfes auf der Heide, zeigte man 1824 noch eine Stelle, wo eine Burg gestanden haben soll. Vertiefungen, alten Gräben ähnlich, doch nur an der Westseite regelmäßig, umgeben sie. Steinschutt findet sich noch in großer Menge."


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Junker

mnd. junker, m., „Edelmann, adliger Gutsherr“; nnd. Junker, m., „Adliger“. – „Hinweis auf (ehemalige) adlige Grundherrschaft“



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 128
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129
Herzog, Friedrich, Wiesede, Bilder aus der Geschichte unseres Dorfes, Manuskript, o. O., o. J.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 14.06.2017

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