Junkerplatz (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Junkerplatz
( Vor dem Junkernkamp, Junkersplatz, Junkerwegeplatz in Rowarfen )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Junkerplatz (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Bei Nordwysda, dem mittelalterlichen Ortsmittelpunkt am Preefelder Weg.
Übersetzung / Bedeutung:
Junker: junger Edelmann. Vermutlich zentraler Ort/Platz im mittelalterlichen Wiesede.
Geschichtliches:
Der Flurname weist auf die Junkersburg, ein mittelalterliches Steinhaus hin, das in weiteren Flurnamen überliefert ist: Junkerswarf, -kamp, -moor, Junkerei. Friedrich Arends über die Junkerei in Wiesede: "Nordwestlich des Dorfes auf der Heide, zeigte man 1824 noch eine Stelle, wo eine Burg gestanden haben soll. Vertiefungen, alten Gräben ähnlich, doch nur an der Westseite regelmäßig, umgeben sie. Steinschutt findet sich noch in großer Menge."


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Junker

mnd. junker, m., „Edelmann, adliger Gutsherr“; nnd. Junker, m., „Adliger“. – „Hinweis auf (ehemalige) adlige Grundherrschaft“



2. Platz

mnd. plas, m., „Platz, Stelle“, „öffentlicher Platz, Straße“; nnd. plâts, plâtse, „Platz, Stelle, Raum, Ort, Wohnort, Bauernhof“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 128
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 337; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 727
Arends, Fridrich, Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, Emden 1824
Herzog, Fr., Wiesede, Bilder aus der Geschichte unseres Dorfes, Manuskript, o. O., o. J.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 07.08.2017

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