Kardweg (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Kardweg


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Sonstiges

Kardweg (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Der Weg quert den Ems-Jade-Kanal bei der Wieseder Schleuse.
Übersetzung / Bedeutung:
Ob sich der Name des Weges von der Karde / Weberdistel ableitet, ist nicht eindeutig.
Vor der Feldmarkenteilung hatte der Kardweg teilweise einen anderen Verlauf.
Geschichtliches:
Die trockenen Fruchtstände der Weber-Karde (bot.: Dipsacus sativus, große Karden-Distel) wurden im vorindustriellen Zeitalter zum Kämmen (Krempeln, Kardätschen, Kardieren) von Wolle und Flachs verwendet. Sie wurden noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts gesammelt und von Webern, Tuch- und Hutmachern dazu benutzt, um Wolle und Fasern auszukämmen bzw. aufzulockern und für das spätere Spinnen vorzubereiten oder um Tuch aufzurauen. Textilfragmente aus Gräbern der älteren Vorrömischen Eisenzeit, (ca. 600 - 450 v. Chr.) belegen, dass bereits zu dieser Zeit Stoffe mit Hilfe von Karden aufgeraut worden waren. Die Weber-Karde wurde im 19. Jahrhundert in Deutschland großflächig kultiviert. Heute auf steinigen kalk- und stickstoffhaltigen Böden, in Auwäldern und an Böschungen verbreitet.

Sonstiges: S=amtliche Bezeichnung 1977


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kard

mnd. karde, „Karten-, Kardendistel“, „Weberdistel“



2. Weg

afries. wei, wī, „Weg; Entfernung; Reise; Weise“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 429; Mietzner, Erhard, Die Flurnamen der Gemeinde Südlohn. Gesamtüberlieferung (1147-1989) und Namenerklärung, Vreden/Südlohn 1997, S. 165
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 100


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 08.08.2017

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