Karkhoff (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Karkhoff
( Wieseder Kirchwarf )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Karkhoff (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Kirchwarf / Dorfmitte von Wiesede.
Übersetzung / Bedeutung:
Friedhof, Begräbnisplatz.
1783 wurde hier das erste Schulgebäude als sog. Nebenschule des Kirchspiels Reepsholt errichtet. 1840 Neubau. 1880 Erweiterungsbau. 1913 zweiter Neubau. Schulbetrieb bis 1961. Seit 1962 ev. Gemeindehaus der Kapellengemeinde Wiesede. 1965 Bau eines Leichenhauses mit zwei Leichenkammern und mit Glockenturm für zwei Glocken.
Geschichtliches:
Mittelalterliche Kirchwarf des Dorfes Wiesede mit Begräbnisplatz. Bei Erdarbeiten traten immer wieder menschliche Gebeine zu Tage sowie Klosterformat- und Formsteine für Verzierungen, wie sie an alten Gotteshäusern zu finden sind, zuletzt beim Ausbau der Kanalisation um 1990. Niedergang der Kapellengemeinde vermutlich mit den großen Pestepidemien im 14./15. Jahrhundert.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kark

niederd., Kirche, aus spätgriech. kyrikon, entlehnt; Gotteshaus, zum Herrn gehörig.



2. Hoff

niederd., Hof, hier Begräbnisplatz. Hof, mnd. hôve; asächs. hôua; germ. hufa. Der eingefriedete Raum eines Hofes, auf dem die Gebäude stehen; im erweiterten Sinn: die ganze Hofstelle mit allen Liegenschaften und Rechten.



Quellen:

Herzog, Fr., Manuskript, o. O., o. J. Hof: Niekerken, 1935, S. 4.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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