Kleines Bunjesland (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Kleines Bunjesland


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Kleines Bunjesland (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur in der Verlängerung des Bojeslandweges, bei Nordwysda, dem mittelalterlichen Ortsmittelpunkt von Wiesede.
Übersetzung / Bedeutung:
Das kleine Land der/des Bunjes.
Geschichtliches:
Bunjes, im Kirchenbuch Reepsholt (geführt ab dem 16. Jahrhundert) für Wiesede nicht nachweisbar. Der Name, der im Norden der Gemarkung Wiesede in mehreren Spielarten vorkommt, könnte jedoch in die Häuptlingszeit (14./15. Jahrhundert) hineinreichen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Bunjes

Bunjes, Boyungs, Boy(j)unga, Boyke(n): Boi, Boy, friesisches Wort für Junge, Knabe. Nach J. ten Doornkaat Koolmann ist vermutlich das englische Wort boy von hier entlehnt, da einerseits sowohl das altfriesische Wort boynck oder boi-ing (Boing) einen Junker bezeichnet, andererseits der noch heute geläufige männliche Name Boyo bereits 1376 bei Emmius genannt wird.



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 215
Herzog, Fr., Wiesede, Bilder aus der Geschichte unseres Dorfes, Manuskript, o. O., o. J.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 09.08.2017

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