Kleines Bunjesland (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Kleines Bunjesland


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Kleines Bunjesland (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur in der Verlängerung des Bojeslandweges, bei Nordwysda, dem mittelalterlichen Ortsmittelpunkt von Wiesede.
Übersetzung / Bedeutung:
Das kleine Land der/des Bunjes.
Geschichtliches:
Bunjes, im Kirchenbuch Reepsholt (geführt ab 16. Jahrhundert) für Wiesede nicht nachweisbar. Der Name, der im Norden der Gemarkung Wiesede in mehreren Spielarten vorkommt, könnte jedoch in die Häuptlingszeit (14./15. Jahrhundert) hineinreichen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Klein(es)

mhd., rein, fein, zart, gering; ahd. kleini, zierlich, dünn, gering.



2. Bunjes

Bojes, Boyungs, Boy(j)unga, Boyke(n): Boi, Boy, altes friesisches Wort für Junge, Knabe. Nach ten Doornkaat Koolmann vermutlich das engl. boy von hier entlehnt, da einerseits sowohl das altfriesische boynck oder boi-ing (Boing) einen Junker bezeichnet, andererseits der noch heute geläufige männliche Name Boyo bereits 1376 bei Emmius genannt wird.



3. Land

ahd. lant, Begriff ohne Plural mit verschiedener Bedeutung. In Flurbezeichnungen ein nicht näher bestimmbares Gebiet oder Gelände / Landstrich; ein nutzbares und genutztes Stück Erdboden, das sich im Besitz von jemandem befindet.



Quellen:

Doornkaat Koolmann, J. ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1882.
Herzog, Fr., Wiesede, Bilder aus der Geschichte unseres Dorfes, Manuskript, o. O., o. J.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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