Klingenweg (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Klingenweg
( Klinger Weg )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Klingenweg (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Der Weg führt vom Dorf aus nach Südwesten ins (ehemalige) Hochmoor.
Übersetzung / Bedeutung:
Klinge: Moor, morastiges Gebiet. Weg ins (ehemalige) Hochmoor.
Am Schnittpunkt dieses Weges mit der Ziegeleistraße / Hoheholzweg stand nach Überlieferungen das Haus des fürstlichen Amtsjägers zur Verwaltung der fürstlichen Holzungen in Wiesede, Hopels, Stroth und Rispel sowie der Beaufsichtigung der Jagd. Es wird in einer Amtsbeschreibung für 1712 genannt.
Geschichtliches:
Die Gemarkung Wiesede, mit ihrem Standort auf einer Geestinsel im Moor, war durch Wachstum und Ausbreitung des Hochmoores von der westlichen Seite aus stark eingeengt und umfasst. Der Flurname Klinge(n) zieht sich nach Westen über die Gemarkung Wiesede in das Hochmoorgebiet Wiesmoor-Klinge (Naturschutzgebiet/europäisches Naturerbe seit 2006) hinaus.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Klinge(n)

1. klingen, klinken, niederd., dörren, trocknen, schrumpfen, sich zusammenziehen, schwinden, verzehren. Klinker, da sich die Steine beim Brennvorgang zusammenziehen (und, wie trockenes Holz, einen Klang geben); Kling, Klang, niederd., hell tönender Schall, Ruf; germ: klanh, althdt: klanc, klingan, engl. clank, clang; lat. claresco, Ruf, ertönen, erschallen. 2. klingen, klinken, niederd., haften, umpacken, fassen (engl. clinch), verbinden (auch ausklinken; verursacht Geräusch), Klammer, kleben, Schmutz.



2. Weg

ahd. wec, sich bewegen; Adverb: weg, entfernt, fortbewegen.



Quellen:

Doornkaat Koolmann, J. ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1882.
Jhering, Sebastian E., Amtsbeschreibung, 1735.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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