Moorweg an der Upschörter Grenze (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Moorweg an der Upschörter Grenze
( Wieseder Grenzweg )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Moorweg an der Upschörter Grenze (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Der Weg beschreibt einen Grenzbereich zwischen Wiesede, Upschört und Marcardsmoor.
Übersetzung / Bedeutung:
Weg in/zum Morast, im Sumpfland zwischen den Dörfern.
Geschichtliches:
Weg ins ehemalige Hochmoor, das hier von Westen in die Gemarkung hinein ragte. Alter Wirtschaftsweg und Viehtrift zu den heute angrenzenden ausgedehnten Weideflächen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



2. Weg

afries. wei, wī, „Weg; Entfernung; Reise; Weise“



3. Upschört

nnd. up-schörten, "aufziehen, hinaufziehen, höher ziehen, aufschieben, hinaufschieben, hinausziehen, ausdehnen, weiterschieben etc." - Upschört“ bezeichnet „eine in unkultiviertes Land vorgeschobene Siedlung“.



Quellen:

Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 100
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 480; Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 226
Byl, Jürgen, Meer und Moor, in: Ostfriesland Magazin, 1989, 11, S. 95


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 22.08.2017

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