Oetkens Warf (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Oetkens Warf
( Oetken Warf )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Oetkens Warf (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur am Surgaster Weg.
Übersetzung / Bedeutung:
Warf: (erhöhter) Wohn-, Gewerbeplatz (der/des Oetken).
Oetken: als Familienname um 1750 im Kirchenbuch Reepsholt für Wiesede genannt.
Geschichtliches:
Warftsleute (auch Köther, Katenbesitzer; landlose Arbeiter), eine im Mittelalter entstandene soziale Schicht mit geringeren Rechten als die Besitzer eines so genannten Vollen Herdes. Alte Warfen waren auf den Gasten nicht mit Besitz vertreten und hatten gewöhnlich nur ein Viertel des Stimmrechts eines so genannten Herdbesitzers.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Warf

mnd. wurt, wort, f. „urspr. wohl jede (natürliche od. künstliche) Erhöhung, die Sicherheit und Schutz gegen aufsteigendes Waßer gewähren soll; [...]; dann bes. die Stätte für (landwirthschaftliche) Gebäude oder Platz zum Hausbau; überh. jede Hofstätte, bes. eine eingezäunte, sie sei bebaut od. nicht, deren es mehrere bei einem Gute geben kann.“; nnd. warf, „a. ein als Wohn- od. Hausstätte benutzter, meist künstlich geschaffener od. doch später nach Bedürfniss erhöhter Hügel od. eine Anhöhe in der Marsch od. in der Nähe des Meeres, worauf ein Haus od. ein Dorf zur Sicherheit gegen Sturmfluten u. Ueberströmungen erbaut ist“, „b. ein auf einem warf erbautes Haus od. ein kleiner Bauernhof, als ländliche Besitzung u. ländlicher Betrieb“, „c. die erhöhte Haus- od. Hofstätte od. der Hofplatz überhaupt u. so auch der erhöhte Platz od. Hof-Raum innerhalb od. ausserhalb eines Hauses, meist eingefriedigt u. gepflastert“, „d. der (meist erhöhte u. eingefriedigte) Raum od. Platz, worauf eine Mühle steht [...] od. Platz, worauf Kalk aus Muscheln etc. gebrannt wird“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 790; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 513
Ortssippenbuch Reepsholt, Aurich 1982, Bd. 2, Nr. 4961
Byl, Jürgen, Warf und Weft, in: Ostfriesland Magazin, 1988, 3


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 02.09.2017

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