Ort (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Ort
( Das Oort, Der Ort )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Ort (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur am Wieseder/Reepsholter Tief östlich des Dorfes.
Übersetzung / Bedeutung:
Zwei Deutungen des Namens (Erzstein oder Spitze, Ecke) können zutreffen.
O(o)rt als Bodenbeschaffenheit. Kann auf Orterde/Ortsteinbildung hinweisen, hervorgerufen durch nachhaltige Heidevegetation.
Geschichtliches:
Bodenbeschaffenheit. Oort, eine durch Heidevegetation hervorgerufene Versauerung des Bodens und Orterdebildung. Der Oort ist ein saurer, an Nährstoffen armer bzw. verarmter Bodentyp in einem feuchtkalten oder feuchtgemäßigtem Klima. Er entsteht durch starke Versauerung in einem klimatisch gesteuerten Prozess der abwärts gerichteten Verlagerung (Auswaschung) von Eisen- und Aluminiumhydoxiden sowie Humusstoffen mit dem Sickerwasser. Der Flurname weist auf Orterde/Ortsteinbildung hin, hervorgerufen durch nachhaltige Heidevegetation.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ort

1. nnd. Oor, „eine braune, harte und unfruchtbare Erde“ bzw. „der harte röthlichgelbe od. rothbraune eisenschüssige Sand, der theils bröcklich u. leicht in Staub zerfallend, meistens aber in compacten Stücken u. Lagen vorkommt u. dann der eigentliche Rasen-Eisenstein od. Ortstein ist“; 2. mnd. ôrt, m., „Ecke, Winkel“, „spitzwinkliges Landstück“, „Landspitze“; „Kante, Rand, Ende“; „Ufer“; „Ort, Gegend, Stelle, Platz“; nnd. Ort, m., „Spitze, Ecke; Gegend, Stelle; Stück Land, Koppel“. – „Oft = „äußerstes Ende eines größeren Flurstückes“.“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138
Niekerken, Walter, Das Feld und seine Bestellung im Niederdeutschen, Hamburg 1935, S. 4


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 03.09.2017

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