Placken (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Placken


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Placken (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur am Wieseder/Reepsholter Tief, Südseite.
Übersetzung / Bedeutung:
Stückchen. Der Name kann auf Plackenwirtschaft hinweisen.
Der rund 1000 Jahre andauernde Plackenauftrag hatte zur Folge, dass die Gastenböden stellenweise über einen Meter an Höhe gewannen.
Segensreich für die nährstoffarmen Sandböden wirkte sich die Erfindung des Mineraldüngers (Justus von Liebig, deutscher Chemiker, 1803-1873) aus, wodurch die mittelalterliche Placken-/Plaggenwirtschaft ihr Ende nahm.
Geschichtliches:
Plackenwirtschaft, eine um 1000 n. Chr. auf der Geest aufkommende Anbauform mit Konzentration der wenigen vorhandenen Nährstoffe eines großen Gebietes auf verhältnismäßig kleinen Äcker. Von Heide- und Ödland wurde die Vegetationsschicht stückweise abgetragen, um sie zur Anreicherung des Bodens auf die Gastenäcker zu bringen, teilweise zuvor unter Verwendung als Streu in Viehställen. Durch die Verrottung und die Vermischung mit Mist entstand wertvoller Humus. Die Regenerationskraft der Böden wurde durch den Plaggenabhieb erschöpft. Sie benötigten Jahrzehnte zur Erholung.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Placken

niederd., Fetzen, Stückchen, Grassode. Abtragung des Oberbodens. Plackeree, niederd., Schufterei, sich abplagen.



Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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