Reepsholter Tief (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Reepsholter Tief
( Wieseder Tief )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Reepsholter Tief (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Das Wieseder Tief beim Übertritt in die Gemarkung Reepsholt.
Übersetzung / Bedeutung:
Tief: natürlicher Wasserlauf.
Der Wasserlauf war um 1500 im Unterlauf bis zur Friedeburg (Burgstätte) schiffbar, verlandete jedoch nach dem Bau des Ellenser Damms.
Geschichtliches:
Bedeutender Wasserzug. Ursprung: nacheiszeitliche Wasserrinne. Entwässerung in den Jadebusen.

Sonstiges: Bezeichnung im Unterlauf. Früher streckenweise auch Pree, Großes Tief, Sandvoordertucht. 1595: Monikendiep (Mönchstief).


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Reepsholt

"Reepsholt taucht erstmalig 983 in Urkunden als „Hripesholt“ auf. Später gab es eine Reihe von Namensänderungen: „Ripesholt“ (1100), „Repesholte“ (1202), „Repsholt“ (1719) und schließlich Reepsholt (1825). Der Ortsname lässt sich herleiten von ostfr.-nd. „ripe“ (rîp), was soviel wie Rand bedeutet. Somit lässt er sich mit „Wald am Rand oder Ufer“ beschreiben."



2. Tief

mnd. dêp, n., „Fahrwasser, Fluß, Canal“; nnd. dêp, „Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss“



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 35
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 506; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293
Johannes Florianus: Frisia orientalis, 1595.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 24.09.2017

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