Reitmoor (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Reitmoor


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Reitmoor (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur ostseits am Heselerfelder Weg.
Übersetzung / Bedeutung:
Morast, Sumpfland mit Reetbewuchs.
Geschichtliches:
Auf der ostfriesischen Geest setzte um 4000 v. Chr. auf Grund klimatischer Veränderungen die Hochmoorbildung ein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand das mächtige in Südost-Nordwest-Richtung verlaufende ostfriesische Zentralhochmoor. Die Gemarkung Wiesede lag auf einer Geestzunge am Rand dieses Hochmoorkomplexes. Das Moor ist bis auf wenige Reste abgebaut. Das Reitmoor ragte von Osten in die Gemarkung hinein.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Reit

Reet, Röhricht, Schilfrohr. Größtes heimisches Gras, Süßwassergras (bot.: Phragmites). Die Halme der Pflanze (Reet) dienten bereits in der Jungsteinzeit zum Decken der Häuser. Aus den getrockneten Rhizomen wurde Mehl gewonnen. Geröstet ergab es die Grundlage für ein Getränk.



2. Moor

niederd., ahd. muor, mnd. mõr, Morast, Sumpfland. Gehört zur Wortgruppe Meer. Bezeichnung für alle natürlichen Vorkommen mit Torfbildung. Nässeabhängiges Ökosystem, bestehend in der Hauptsache aus Sauergräsern (Cyperaceae), Braun-, (Amblystegiaceae) oder Torfmoosen (Sphagnum).



Quellen:

Behre, K. - E., in: Behre/van Lengen (Hrsg.), Aurich 1995.
Meer und Moor: Byl, J., in: OMA, Nr. 11/1989, S. 95.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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